Leipzig heute und morgen

aus dem Kunstmuseum Hamburg

ZUM GELEIT

Diese Schrift gibt kein abgerundetes Wissen über Leipzig. Aber sie teill in einem bunten Querschnitt die Stadt zu Worte und mehr noch zu Bilde kommen lassen in ihrer unaufdringlichen und sanften Schönheit und in den Äußerungen eines zähen Lebenswillens, der, in der grausigen Hitlerzeit fast zu Boden geschlagen, nun wieder tatenfroh nach vorn drängt. Leipzig, wie es schafft und produziert, wie es aus zerbeulten und zerschlagenen Häusern wieder wohnliche Stätten herrichtet, wie es Entspannung findet bei kulturellen Veranstaltungen, bei Sport und Spiel, wie es seine Idylle bewahrt hat, wie es den Kopf voller Planungen trägt für eine hellere Zukunft: davon soll diese Schrift anschauliches Zeugnis ablegen.

Noch ist es nicht an der Zeit, grelle Reklame zu treiben. Aber es ist auch nicht zu früh dazu, im Spiegel des Bild- und Wortberichts eine Zwischenbilanz zu ziehen. Leipzig hat die vergangenen drei Jahre nicht nutzlos verstreichen lassen. Die alte Messestadt hat den Blick nach vorn gerichtet, und das Leben ist hier nicht ohne Sinn und Hoffnung.

Leipzigs Wahrzeichen der 106 Meter hohe Turm des Neuen Rathauses, ist auf dem Bergfriedstumpf der einstigen Pleißenburg gestellt, in deren „Hofstube“ sich im Jahre 1519 Luther und der Ingolstädter — Theologieprofessor Eck zu ihrer berühmten Disputation einfanden. Verwurzelt in einer Zeit, die 400 Jahre zurückliegt, überragt er das Dächermeer der Großstadt und das weithin ebcne Land rmit seciner eigenwillig gebildeten Haube beherrschendes Kennmal der Silhouette auf allen Wegen, die nach Leipzig führen. Im Schnittpunkt zweier uralter Handelsstraßen, die von Süden nach Norden, von Westen nach Osten führten, entwickelte sich frühzeitig ein Zentrum für den Austausch von Handelsware.

Die ersten Ansiedlungen standen noch im Schutze einer Wasserburg, bald aber schritt man zur planmäßigen Gründung einer Stadt. Um 1160 wird der Grund zur Stadt Lipzk gelegt. Das steinerne Zeugnis aus dieser Zeit stellt der im Wandel der Jahrhunderte fast unverändert gebliebene Grundriß der inneren Stadt dar. Deutlich heben sich aus dem rechtwinklig angelegten Straßennetz zwei Plätze heraus: der geräumige, ganz auf Handelsverkehr eingerichtete Marktplatz, der nur durch das Rathaus vom Naschmarkt geschieden ist, und der kleinere Platz um die Nikolaikirchc, dieses früheste der erhalten gebliebenen Bauwerke Leipzigs, dessen ältester Teil, das „Westwerk“, um 1200 herum entstand. Die Paulinerkirche, letzter, freilich mehrfach umgcstaltetcr Rest des ehemaligen Dominikanerklosters, und die Thomaskirche, deren Anfänge im 14. Jahrhundert liegen, weisen nächst der Nikolaikirche am weitesten zurück in Leipzigs Vergangenheit. Aus der viclräumigcn Wirrnis des Rat- und Stadthauses, dem der Bombenkrieg — wie dem Kern der Stadt und einigen ihrer Vororte — böse Wunden schlug, klimmen wir empor zum Umgang des Rathausturmes, der dem Blick horizontweit erschließt, wie sich Leipzig entwickelte.

Im Südosten überweht Atem der Geschichte die ebene Weite, symbolisiert im Monument der Völkerschlacht von 1813, die Leipzig zum Mittelpunkt einer europäischen Entscheidung werden ließ, und im eigenartigen Bau der im Nowgoroder Stil erbauten russischen Gedächtniskirche, die dem Andenken von 22 000 gefallenen Russen geweiht ist. Europäische Schlachtfelder sind es auch, die sich, gebunden an die Namen Lützen und Breitenfeld, im Westen und Norden der Stadt dehnen. Gebieterischer jedoch als diese blutgetränkten Walstätten des 17. und 19. Jahrhunderts spricht uns heute das Schweigen der Ruinen an, Vermächtnis jener rauchgeschwärzten Tage der letzten Kriegsjahre, vor allem jener furchtbaren Brandnacht des 4. Dezember 1943, in denen auch Leipzig die Folgen des Hitlerkriegcs zu spüren bekam.

Von rund 1800 öffentlichen Gebäuden in der Stadt wurden 200 total zerstört, 630 weitere mehr oder minder beschädigt, von über 225 000 Wohnungen annähernd 90 000 zerschlagen oder verstümmelt. So fand sich Leipzig an Deutschlands grausigem „Aschermittwoch“ .. . und ging in Schuttmoränen an ein Aufbauwerk, das ihm binnen Jahresfrist den Ruf eintrug, zu den deutschen Städten zu zählen, die am raschesten die Vergangenheit überwinden.

Vielgestaltig bezeugt sich forschender Umschau das Kräftespiel, dem Leipzig sein Ansehen als Messestadt, als Stadt des Buches, als Hochschul-, Industrie- und Pelzstadt verdankt. Was schlackcnhaft ausgeglüht schien, ist längst wieder eingetaucht in eine Atmosphäre großen, ehrlichen und fleißigen Ringens um neue Leistung. Der Blick des Rathausturmbesuchers braucht nicht weit zu schweifen, um diesen Vorwärtsdrang sinnfällig bestätigt zu finden. Schon ragen, im Zentrum der Stadt, vielerorts wieder die neu konstruierten Dachstühle empor. Schwer hatten besonders die Messestätten unter dem Bombenkrieg gelitten. Die Alte Waage, Ecke Markt und Katharinenstraße, in der sich einst die Waagschreibcr um das Gewicht der anrollenden Güter kümmerten, fiel in jener Feuernacht des 4. Dezember 1943 dem Krieg zum Opfer, und von den 24 Meßpalästen blieben nur sechs unbeschädigt.

Aber Stockwerk um Stockwerk der zerbombten Häuser wurde alsbald nach Kriegsende der Messe wieder dienstbar gemacht, so daß schon im Oktober 1945 die erste Musterschau abgehalten werden konnte. Im Frühjahr 1946 standen den Ausstellern erst 26355 qm Raum zur Verfügung, ein Jahr danach war diese Zahl schon auf 57 000 qm gestiegen und zur Frühjahrsmesse 1948 hat sie sich auf 83 000 qm erhöht. Auch auf dem Ausstellungsgelände wurden unter dem Naziregime die für Rüstungsbetriebc benutzten, zum Teil schwer angeschlagenen Hallen wieder in Stätten friedlichen Wettbewerbs zurückverwandelt. Stärker aber noch als das äußere Mauerwerk hat sich, allen außerordentlichen Schwierigkeiten zum Trotz, in der kurzen Zeit, die seit dem Zusammenbruch vergangen ist, der Messegedanke gefestigte Ausländer sind es gewesen, die auf der Exportmesse decs Herbstes 1947 sagten: „Wir sind überzeugt davon, daß Leipzig wieder wird, was es einstmals gewesen ist; ein Knotenpunkt des Welthandels.“

Die Beharrlichkeit der Messe ist freilich traditionell. Wie vielen Widrigkeiten ist sie seit ihren Anfängen im 13. Jahrhundert und seit dem im Jahre 1497 zu Worms gegebenen Privileg des Kaisers Maximilian nicht ausgesetzt gewesen! Häufig genug sind in alten Chroniken Stellen zu lesen wie diese, daß „die Meß getan ward, gleichwie Feldschlangen im Sächsischen ballerten“. Während des Schmalkaldischen Krieges, während des Dreißigjährigen, mußten hin und wieder Messen ausfallen oder verlegt werden, weil die Heere allzu nahe der Stadt waren, oder weil die Stadt von Seuchen heimgesucht wurde. Aber zum Erliegen ließ sich die Messe nicht bringen. Auch die Friderizianischen Kriege machten ihr zu schaffen, und 1806 gingen in der Stadt auf Befehl Napoleons alle englischen Waren in Flammen auf. Die Messe aber blieb bestehen und läßt sich auch heute nicht unterkriegen. Nicht anders erhebt sich im Buchhändlerviertel neues Leben aus den Ruinen weltbekannter Verlagsanstalten, Großdruckereien und -buchbindereien, in denen einstmals 60 oco Werktätige Arbeit und Brot fanden. Buchhändler und Buchdrucker sind sozusagen das Salz der Stadt. Viele Leipziger Verlage sind über 200 Jahre alt. Seit der Gründung dieser Häuser haben Generationen ihren Fleiß, ihre Arbeit und ihre Erfahrungen darangesetzt, Traditionen zu schaffen, die cs anderswo so nicht gibt. Namen wie Breitkopf und Härtel, Baedeker, Reclam,

B. G.Teubner, Johann Ambrosius Barth, Bibliographisches Institut oder Brockhaus verkörpern hochwertiges Können und Wollen, denen sich der Geist neuer Gründungen gesellte, deren Rang man denke etwa an den Insel-Verlag den alten Häusern völlig ebenbürtig ist.

Der Aufstieg der Buchstadt Leipzig ist ohnegleichen. Den jahrhundertelangen Wettstreit Leipzigs mit der Freien Reichsstadt Frankfurt a. M. entschied das 18. Jahrhundert zu Leipzigs Gunsten, und bald erlangten seine Buchhandelsfirmcn europäischen Ruf. Leipzigs zentrale Lage, eine großzügige Handhabung der Zensur, die zur Vereinfachung und Verbilligung des buchhändlerischen Geschäftsverkehrs geschaffenen Einrichtungen, das Kommissionswesen und der im Jahre 1825 gegründete Börsenverein der deutschen Buchhändler, die Deutsche Bücherei, die als nationales Archiv die gesamte, seit 1913 erschienene inländische und deutschsprachige ausländische Literatur sammelt, und nicht zuletzt die hervorragenden Institute, die die fachliche Bildung und Erziehung des buchhändlerischen und buchgewerblichen Nachwuchses sichern, machten Leipzig zum festen Stützpunkt und Hauptort des deutschen Buchhandels.

Die Hitlerkatastrophe zerstörte den Glanz dieser jahrhundertealten Tradition. Sie legte die Produktionsstätten und den gesamten organisatorischen Apparat in Trümmer. Aber dann geschah das Erstaunliche: Leipzig begann mit dem Aufbau und hat heute auf graphischem Gebiet alle anderen Städte überflügelt und bereits wieder 60 bis 70 Prozent seiner Fricdensleistung erreicht.

Aber der Turmbesteigcr läßt es bei dem Blick auf die bunte Vielfalt der Dächer, Giebel, Straßen und Gassen nicht bewenden. Sein Auge schweift weiter, über schön gepflegte Parks und üppiggrüne Wälder hin. Gewiß stellen diese keine Besonderheit Leipzigs dar. Aber nicht in jeder Stadt schieben sich die Grünflächen bis unmittelbar an den Stadtkern heran. Fast bis zu den Füßen des Neuen Rathauses erstreckt sich der Johannapark mit seinen zierlichen Brücken, verträumten Weihern und feinabgestimmten Baumgruppen. Nach Südwesten setzt ihn der Albcrtpark fort, dessen Promenaden und Alleen sich stimmungsvoll im natürlichen Auenwald verlieren. Die Brücke zum Nordwesten schlagen die ausgedehnten Anlagen zu beiden Seiten des Elsterbeckens. Größter und volkstümlichster aller Leipziger Parks aber ist das berühmte Rosental, ein ehemaliger Wirtschaftswald mit reichem Wildbestand, in dem anfangs des 18. Jahrhunderts sogar noch Adler geschossen wurden, und den beispielsweise Uhland in einem Brief an seine „liebste Emma“ begeistert mit Kopenhagens berühmten Dyregaarden vergleicht. Uralt sind seine Eichen, und nicht viel jünger ist sein Name.

Freilich sind alle diese Parks nur vortastende Fühler jener Grünfläche, die in beträchtlicher Breite die Stadt vom Süden her nach Nordwesten durchzieht. Sie trennt die industriellen Vororte des Westens von den übrigen Stadtteilen ab, schafft Licht und Luft und eine natürliche Bewegungsfreiheit, wie sie kaum eine andere Großstadt innerhalb ihres Weichbildes aufzuweisen hat. Und weiter noch schweift der Blick von hoher Warte horizontwärts in die Ferne, in der bei klarem Wetter noch die Schornsteinzcilcn von Leuna und der Kolmberg bei Oschatz zu erkennen sind. Im Sommer aber erfreut das Auge das leuchtende Gelb der in der fruchtbaren Ebene wogenden Getreidefelder.

Hinab nun in die Stadt, die bestaufgeräumte Deutschlands, wie sie von Leuten genannt wird, die es wissen könnten: von den zahlreichen Besuchern der Messen und Kongresse. Wirklich Deutschlands bestaufgcräumte Stadt? Nun, wir Leipziger haben es selbst erfahren, wie bald schon der Pfiff der Trümmerbahnlokomotive zum Symbol des Wiederaufbaus wurde.

An ihm entzündete sich die Schaffensbereitschaft, die sich zunächst in der Vereinzelung gezeigt hatte, zur gemeinschaftlichen Tat, die in nur 29 Tagen nicht weniger als 30 000 Kubikmeter Trümmerschutt von Leipzigs größten, einst schönstem Platze fegte, die in Jahresfrist die Verkehrswege der Innenstadt „besenrein“ räumte, die nun Areal schafft für die künftige Bebauung. Man hat die Trümmermassen, die das Nazireich hinterließ, für Leipzig auf fünf Millionen Kubikmeter berechnet, eine Zahl, die eher zu niedrig als zu hoch gegriffen ist. Immerhin waren bis Ende 1946 bereits 163 465 Kubikmeter von Straßen und Plätzen abgefahren, 12 coo Kubikmeter Betonschutt aus dem Hauptbahnhof weggeräumt, 67 369 Kubikmeter aus Ruinen entfernt. Wer heute aufmerksam durch Leipzigs Ruinenstraßen geht, sieht allenthalben auch auf privatem Baugrund Hände am Werk, Luft zu schaffen für die Neugestaltung. Allerdings wird es gewiß nicht in den illusionären Goebbelsschen „drei Jahren“ geschafft werden können, denn der Wiederaufbau erfordert 5,5 Millionen Bauarbeiter-Tagewerke, in denen 72 Millionen Mauersteine, 45 Millionen Dachziegel und etwa 3 Millionen Sack Kalk und Zement zu verarbeiten sind.

Und wie sicht es nun im einzelnen aus? Eie Stadt hat an Wohn- und Schulraum das im Banne des Material- und Arbeitskräftemangels Menschenmögliche zurückgewonnen, in drei Friedensmessen ihre wirtschaftliche Mission erhärtet, dem graphischen Gewerbe die Hereinnahmc von Millionenaufträgen ermöglicht, ein reiches und fortschrittliches Kulturleben entwickelt, der Forschung und Lehre an Universität und Fachschulen neue Entfaltungsmöglichkeiten gegeben, kurz, unter schwierigstcnVerhältnisscn eine Fülle von Unternehmungsgeist und Lebenstüchtigkeit erwiesen. Improvisationstalent waltet aber auch in nahezu allen Sparten industriellen und gewerblichen Fleißes, in den Metall- und Textilbetrieben, in den Straßenbahn Werkstätten Heiterblick, in den Versorgungsbetrieben der Stadt. Wieviel Tatkraft und beharrlicher Wille, sich von tausendfältigen Widerständen nicht zermürben zu lassen, verkörpert nicht allein der Schrägkammerofen des Leipziger Gaswerkes, der nach der Zerbombung seines Vorgängers bereits Ende 1947 in Betrieb genommen werden konnte. Oder, um ein anderes Beispiel zu nennen, die Pelztierfarm in der Lauer. Einen Begriff für die ganze Welt bedeutet der Leipziger Brühl. Die größten Pelzhandelshäuser Europas hatten hier bis zum Jahre 1933 ihren Stammsitz, und Edelfelle kamen aus allen Erdteilen in die Leipziger Zurichtereien. Mit dem Zusammenbruch aber waren diese Rohstoffquellen verschlossen. Was war nun zu tun, um dem Rauchwarenhandcl eine neue Basis zu schaffen? Leipzig begann 1946 in der Lauer, einer bis dahin seuchengefährlichen, sumpfigen Wildnis, einem wahren Insektenparadies, mit dem Bau einer Pelztierfarm. Weite Flächen Landes wurden in mühevoller Arbeit kultiviert. Heute liegen an fünf betonierten Wassergräben bereits 200 Gehege und Boxen, in denen sich braune Sumpfbiber behäbig tummeln. Ende 1948 wird sich der Bestand der Farm auf 1000 Tiere stellen. Dazu ist die Errichtung einer Pelzfachschule geplant.

Moderne Gaststätten sind wieder erstanden und schöne Fassaden, die in eine bessere Zukunft zu weisen scheinen, und fast haben wir Leipziger nach den Katastrophentagen und -nächten die Nöte der ersten Wochen schon wieder vergessen, die Mühsal, die verknüpft war mit der Beseitigung der 1200 Bombentrichter in den Straßen, m:t der Wiederherstellung der Entwässerungsanlagen, Versorgungskabel und Verkehrsstränge, mit den ersten Instandsctzungsarbcitcn an Schulen und Krankenhäusern, an Großmarkthalle und Schlachthof. Wir haben trotz des Mangels an Wohnraum über 80 000 Neubürger aufgenommen und in das Erwerbsleben eingereiht, wir haben in Kulturwochcn und festlichen Veranstaltungsfolgen, aber auch in der Manifestation eines fortschrittlichen Bildungswesens unsere geistige Kraft bewiesen, die gegründet ist auf die hohen Werte einer großen Tradition. Leipzig war die erste deutsche Stadt, die sich nach dem Zusammenbruch ein neues Schauspielhaus schuf. Leipzig gestaltete in der 4000 Personen fassenden Kongreßhalle mit ihren neun Nebensälen eine einzigartige Versammlungs- und Unterhaltungsstätte, und es ist schon etwas daran, wenn man festgestellt haben will, daß die Arbeitsfreudigkeit der Bevölkerung sich ihren Gästen auf Kongressen und interzonalen Zusammenkünften mitteilt.

Von den Verwaltungsgebäuden, Seminaren und Instituten der Universität Leipzig blieb ein einziges, noch dazu außerhalb der Stadt gelegenes, unberührt von den Zerstörungen der Kriegszcit, und doch ging die Hochschule wenige Monate nach dem Zusammenbruch wieder an die Arbeit, in die heute rund 3000 Studenten eingezogen sind. Die Bemühungen des Landbauamtes, der Raumnot zu steuern, unterstützte die Stadt durch den Ausbau der Textilmeßhaus-Ruine an der Härtelstraße zu modernsten Polikliniken mit einem Hörsaal für 380 Studierende.

Nach den Bücherhallen der Stadt, der Universitätsbibliothek und der Deutschen Bücherei, die ihren großen Lesesaal mit dem umfänglichsten aller deutschen Handbüchereibestände im Herbst 1947 wieder eröffnen konnte, hat auch die fast ihrer ganzen Schätze beraubte Stadtbibliothek ihre Pforten aufgetan: aus Neuankäufen und beschlagnahmten Büchereien wurde eine Sammlung von 30 000 Bänden zusammengestellt. Der weltbekannten Zentralbücherei für Blinde wurde im Louis-Braille-Haus ein neues Heim gegeben. Das Naturkundliche Heimatmuseum hat seinen Besitz im alten Bau von neuem ausgebreitet, das Museum der bildenden Künste fand im ehemaligen Reichsbankgcbäude ein gutes Unterkommen, die Instandsetzung des Alten Rathauses, das seine historische Gestalt wiedergewann, ermöglichte die Wiedergeburt des Stadtgeschichtlichen Museums. Nach Gutenberg- und Meisterschule für das graphische Gewerbe konnten Musikhochschule — zu Ehren des von denkmalstürmendcn Nazis geschändeten Meisters und Ehrenbürgers der Stadt „Mendelssohn-Akademie“ genannt — und Akademie für Buchkunst und Graphik ihre Arbeit wieder aufnehmen. Im Herbst 1947 folgten die Technischen Lehranstalten.

Aber Initiative lag auch beim einzelnen, und zuweilen hat es schon fast etwas Rührendes, inmitten von Ruinen an den Stätten einstiger drei- und vierstückiger Grundstücke irgendein Büdchcn oder ein Häuschen vorzufinden, in dem sich ein Geschäftsmann oder Handwerker, so gut es eben gehen wollte, neu etabliert hat und nun jedenfalls wieder schaffen und seine Kundschaft bedienen kann.

Aufbauarbeit wurde schließlich nicht zuletzt auch auf dem Gebiete der Verwaltung geleistet. Schon kurz nach dem Zusammenbruch wurde durch die Aufgliederung des Stadtbereichs in acht Bezirke mit 36 Distriktsleitungen eine neue Ordnung geschaffen, die Versorgung sichergestellt, das Verkehrsnetz geflickt, ein soziales Hilfswerk in Gang gebracht, eine große Zahl von Betrieben auf Friedensproduktion umgestellt, der Kulturwille neu beleb. Die Geschichte dieses Aufbruchs wird noch geschrieben werden müssen. Sie wird die Leistungen des von allen Parteien einstimmig gewählten Oberbürgermeisters Professor Dr. Erich Zeigter und seiner Mitarbeiter und Helfer ebenso zu würdigen haben wie die Mitwirkung der 3347 Straßen- und der 25 228 Hausbeauftragten.

Ein Wort in diesem Zusammenhang über das politisch: Leipzig. Fortschrittsgesinnung ist hier Tradition. In Leipzig war es, wo Robert Blum, dessen 100. Todestages wir in diesem Jahre gedenken, den geistigen Nährboden fand, aus dem er die Kräfte für seine Mission als demokratischer Volksmann sog. 1832 war er nach Leipzig gekommen und bekleidete hier die Stellung eines Hilfs- und späteren Hauptkassierers bei dem Theaterdirektor Ringelhardt, wurde Stadtverordneter und Stadtrat, als solcher freilich von der Regierung nicht bestätigt Am 7. Mai 1848 entsandte ihn Leipzig als seinen Vertreter in die Frankfurter Nationalversammlung.

1863 spricht Ferdinand Lassalle im überfüllten „Odeon“ (dem späteren „Sanssouci“), einem berühmten Versammlungslokal, zur Arbeiterfrage. Die Folge war die Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins. Vier Jahre später wird die Stadt Vorort der deutschen Arbeiterbildungsvereine, und der große alte Bebel, der vom Jahre 1876 an in der Hauptmannstraße 5, in einem heute schwer bombenbeschädigten größeren Hofgebäude seine Drechslerei betrieb, wurde ihr Vorsitzender. Auch der „Vorwärts“, das Zentralorgan der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, erschien damals in Leipzig. Aber auch Hochburg der deutschen Frauenbewegung ist Leipzig in jener Zeit gewesen. Luise Otto-Peters, Auguste Schmidt, Henriette Goldschmidt, ihre damaligen Führerinnen, haben hier gewirkt. 1865 wurde die erste deutsche Frauenkonferenz in Leipzig eröffnet, und ihr sichtbarstes Ergebnis war die Gründung des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins.

Für die politische Klarsicht, die sich Leipzig auch in der Hitlerzeit zu erhalten wußte, gibt ein erschütterndes Zeugnis die Zahl der anerkannten Opfer des Faschismus, die mit 3860 die verhältnismäßig höchste in ganz Deutschland ist. Und nicht weniger als 390 Leipziger waren es, die den Todesspruch der Hitlergerichte entgegennehnen mußten. Erwähnung mag auch finden, daß die Stadt bei den verschiedenen Abstimmungen in der Hitlcrzeit eine verhältnismäßig hohe Zahl an Neinstimmen aufbrachte. Der Flüsterwitz nannte sie deshalb, im Anklang an den alten Straßenzug des Naundörfchens, das „Neindörfchen“.

Die letzten Kriegstage haben sich in Leipzig alles andere als apokalyptisch abgespielt. Das todwunde System schlug nicht, wie Goebbels das einst schrecklich angedroht hatte, mit Donnerkrachen die Tür hinter sich ins Schloß, sondern es klinkte sie nahezu geräuschlos zu. Zentrum des Leipziger nazistischen Widerstandes gegen den unausweichlichen Zusammenbruch war in den Apriltagen des Jahres 1945 der Rathausturm geworden, in dem sich unter der Leitung eines totalen militärischen Dilettanten, des damaligen Ex-Oberbürgcrmeisters Dönicke, nur wenige Hitlernarren als „Zentrale Befehlsstelle des Einsatzstabes“ eingenistet hatten. Aber „einzusetzen“ hatten sie nur noch einige alte Herren des Volkssturmes, die den einzigen Gedanken verfolgten, mit einigermaßen heilen Knochen aus ihrer prekären Situation herauszukommen, und die am 18. April 1945 10.00 Uhr vormittags die Kapitulation vollzogen. Mit dem am 16. April 1945 erfolgenden Einrücken der amerikanischen Streitkräfte hatte der Nationalsozialismus in Leipzig sein Ende gefunden, und nun war auch die Zeit gekommen, da die Gewerkschaften und die demokratischen Parteien daran denken konnten, wieder auf den Plan zu treten. Am 9. August 1945 erfolgte offiziell die Gründung einer Gewerkschaftsorganisation. Zunächst wurde eine Einheitsgewerkschaft gebildet, die als eine Dachorganisation für 15 Berufsverbände gedacht war. Bald gelang eine enge Zusammenarbeit mit Berlin, und nun entwickelte sich aus der Einheitsgewerkschaft der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund mit seinen 18 Industriegewerkschaften an Stelle der einstigen Berufsverbände. Wie stark das gewerkschaftliche Bewußtsein in der Leipziger Arbeiterschaft lebendig geblieben war, zeigt das rapide Ansteigen der Mitgliederzahlen. Im Gründdunsmonat waren es 4644 Mitglieder, im Dezember bereits 114 000, im März 1946 wurde das 150. Tausend überschritten, und zur ersten Jahresfeier konnte der Mitgliederstand mit 186 000 bekanntgegeben werden.

Die Arbeiterparteien traten im August 1945 erstmalig ins öffentliche Leben. Am 18. August ging die erste Unterbezirkskonferenz der Kommunistischen Partei vonstatten, auf der — das erstemal in der Geschichte der Leipziger Arbeiterbewegung — ein Sozialdemokrat die Grüße seiner Partei überbrachtc und von den Kommunisten stürmisch begrüßt wurde. In den Langbein-Pfanhauser Werken trat in dieser Zeit die SPD mit einer Großkundgebung hervor, auf der Paul Löbe referierte. Der LPD und der CDU händigte am 24. August 1945 Oberst Morosow ihre Registrierungsurkundcn aus. Städte, deren ersten oder gar einzigen Ruhm ihre landschaftlichen oder architektonischen Reize ausmachen, sind heute selten geworden in Deutschland. Unter Schutt und Trümmern liegt die Schönheit der meisten begraben. Dort aber, wo ein gnädige» Geschick eine Stadt vor dem Schlimmsten bewahrte und wo ihre charakteristische Silhouette erhalten blieb, freut man sich um so bewußter ihres Besitzes. Nun ist freilich von Leipzig nichts Unbilliges zu verlangen. Das Wesen dieser Stadt in der Ebene ist Nüchternheit. Aber der Reize entbehrt sie trotzdem nicht. Sie springen nur niemand an. Sic wollen entdeckt sein.

Bereits vor dem Hauptbahnhof empfindet das Auge des Ankömmlings wohltuend das frische Grün der Anlagen. Die Stadt lächelt ihm ihren ersten Gruß zu. Wo der Georgiring dann im weiten Bogen bergan steigt, erschließen sich nach vielen Seiten hin freundliche Durchblicke. Außergewöhnlich und doch gezügelt in seinen Ausmaßen präsentiert sich der Karl-Marx-PIatz. Obgleich manches noch Kulisse ist, blieb die Geschlossenheit des Eindruckes trotz der Zerstörung so vieler ihn umgebenden Bauwerke erhalten. Auf breiten Wegen unter alten Bäumen erreicht man im südlichen Teil der Promenade einen kleinen Hügel. Wie aus weiter Ferne klingt das Brausen der Stadt. Der Blick schweift rundum, folgt schließlich dem welligen Gelände nach Westen und bleibt haften am Turm des Neuen Rathauses, von dessen Umgang herunter im Anfang dieses Buches die ersten Eindrücke von Leipzig übermittelt wurden.

Ein Bild formvollendeter Geschlossenheit bietet das Neue Rathaus von der Karl-Tauchnitz-Brücke aus. Giebel, Dächer und Türmchen sind hier von einer solchen Beschwingtheit, daß selbst der im Unterteil etwas schwerfällige Hauptturm mitzuschwingen scheint. Ein Blick auf das kuppelgekrönte Massiv des ehemaligen Reichsgerichtes — dann wandern wir unter dem Verbindungsgang zwischen Rathaus und Stadthaus hindurch zum Burgplatz. Schöner Blick, den das Auge genießt: über die Burgstraßc, den Fluchtweg Napoleons hin zum Turm der berühmten Thomaskirche. Ihr zu Füßen in der Stille des linderbcschatteten Thomaskirchhofs das Denkmal des großen Kantors Johann Sebastian Bach. Weiträumig und hell empfängt uns der Marktplatz. Auch hier empfindet das Auge schmerzlich die zahlreichen Lücken. Manches Kleinod, das einstmals fast untrennbar zum Bilde dieses Festsaals der alten Handelsstadt gehörte, sank für immer in Schutt und Asche. Eines aber, das schönste, steht noch: das ehrwürdige Alte Rathaus. Es wurde zum glücklichen Symbol für die Vergangenheit der alten Messestadt. Wie sind hier wirtschaftliche Kraft und handelsherrliche Würde, nachdenklicher Ernst und genießende Lebensfreude meisterhaft zum Ausdruck gebracht! Redende Vergangenheit auch in all den Straßen und Gassen ringsum! Aus alten Höfen, aus Giebeln, Dächern und gewölbten Toren spricht sie uns an. Schlicht, einfach und zweckvoll. Und doch liegt ein geheimer Zauber über allem. Es ist die besondere Atmosphäre der Messestadt, die mit allen Sinnen nur dem einen diente, ihrem Lebensquell, dem Handel.

Da ist Barthels Hof, eines der großen“, charakteristischen Durchgangshäuser. Ein weiträumiger Hof, hohe, vielstöckige Fronten, darüber, wieder sich türmend, die Böden und dazwischen die mächtigen Arme der Kranbalkcn — gewiß eine Anbge von imponierender Wirkung. Goethe war es, der diese Leipziger Höfe „großen Burgen, ja Halbstädten“ ähnlich fand. Und dazwischen gestreut die kleinen Kostbarkeiten. Prächtig der Renaissaneeerkcr im gleichen Hofe. Wenige Schritte weiter jene reizende Plastik mit dem unter dem Kaffeebaum ruhenden Türken. Lohnend ist auch ein Blick in die fein-geschwungene Klostcrgasse. „Hotel de Saxe“ lesen wir in zierlichen Buchstaben über einer Empiretür mit schlichtem Rankenschmuck.

Ecke Brühl und Katharinenstraße dann das Romanushaus. Ein sehenswerter Einzelgänger unter Leipzigs alten Häusern. Ein Palast, dessen Größe und Reichtum höfische Verschwendung zeigen. In der Tat, es war kein Kaufherr, der ihn baute, sondern ein Bürgermeister, ein Günstling Augusts des Starken, der hier in barockem Übermut seine Residenz errichtete. Unmittelbar benachbart, bescheidener, aber nicht weniger reizvoll, zwei Bürgerhäuser aus der gleichen Zeit. Sprühende Rokokolaune empfängt uns, in schwindelnder Höhe treiben zwei Putten ihre leichtbeschwingten Scherze. In der Reichsstraßc fesselt uns Deutrichs Hof: das Rundbogenportal aus rotleuchtendem Porphyr, der Erker im gedämpften Gelb der Fassade und der feingcgliederte Giebel vor dem dunkel aufsteigenden Dach — ein Bild von starkem architektonischen und koloristischen Reiz.

An der Grimmaischen Straße, wo der Giebel des Alten Rathauses zum reizvollen Blickpunkt wird, liegt, einer stillen Insel gleich, der Naschmarkt. Sein Schmuckstück, die alte Handelsbörse, mutet an wie ein zierliches Lusthaus, geschmückt mit allen Zeichen einer kunstliebenden Zeit. Und doch stand der schöne Bau zwei Jahrhunderte lang nur im Dienste des Handels und der Messen.

Auf hohem Postamente dort, der junge Mann, gleicht er nicht einem strahlenden Apoll? Er trägt die modisch elegante Tracht von Klein-Paris. In der Hand halt er ein Bändchen Gedichte. Seine Schäferinnen heißen Käthchen Schönkopf und Friederike Oeser. So schreitet der junge Goethe auf Auerbachs Keller zu, an dessen Eingang, in der hohen Halle der Mädlerpassage, die unsterblichen Gestalten des Faust wie früher, so auch heute noch im Bilde stehen. Mit beschwörender Geste spricht Mephisto seine Zauberformel:

„Falsch Gebjld und Wort

Andern Sinn und Ort,

Seid hier und dort.“

Hier und dort erwarten auch uns noch Ziele. Ungetrübt vom mephistophelischen Zauber steuern wir sie an. Der schönste Weg nach Gohlis, wo übrigens heute noch wie ehedem in stimmungsvollen Schänken die Gose getrunken wird, führt durchs Rosental. Die weite Wiese mit ihren prächtig entwickelten Einzelbäumen, malerisch verteilten Baumgruppen und Büschen sowie üppiger Auenwald mit mächtigen Eichen geben ihm das Gepräge. Von einem Punkt am westlichen Ende der großen Wiese kann man durch sechs breite, schnurgerade Durchsichten blicken. Als schönster Zielpunkt zeigt sich in der Ferne das Gohliser Schlößchen. An Ort und Stellc stehen wir dann erfreut vor dem zierlichen Rokokobau, der um die Mitte des 18. Jahrhunderts als vornehmer Wohnsitz eines Leipziger Ratsherrn entstand und dessen Garten heute als Sommertheater dient. Ein anderer alter Leipziger Sommersitz, das Schillerhäuschen in Gohlis, bewegt uns nicht weniger durch seine rührende Schlichtheit.

Wem es damit des Idylls noch nicht genug ist, für den hält sich draußen im Osten, vor aller Welt verborgen, von allem Großstadtlärm unberührt, noch etwas besonders Idyllisches bereit. In bäuerlicher Gemütlichkeit breitet es sich hinter dem Gesellschaftshaus „Güldene Aue“ aus. Und eigentlich handelt es sich hier nur um eine Straße, die gar nicht anders als „Dorfstraße“ heißen kann, aber sie erweitert sich zu einem mit Linden umstandenen Platz, die typische Dorflinde mit der Rundbank in der Mitte, auf der man sich erst einmal niederlasscn muß, um den tiefen Frieden ringsum dankbar und behaglich zu empfinden. In diesem Zusammenhang darf auch der grüne Kranz der Kleingärten nicht vergessen werden, die das Gesicht der Stadt wesentlich mit bestimmen. Als Schrebergärten — genannt nach einem Leipziger Arzte Dr. Schreber — wurden die kleinen Gartenparadiese weit berühmt und sind heute überall eine Quelle naturverbundener Erholung.

Seinen Naturpark findet der Leipziger in dem breiten, grünen Band, das von den Ufern der Elster, Pleiße und Luppe gebildet wird und von der Lauer über Nonnenholz und Frankfurter Wiesen bis zum Lcutzschcr Holz und zur Burgaue reicht. Die weite Eb’ene dann im Norden hat nicht jeden zum Freund: aber seine herben Reize hat doch auch dieses weite, flache Land mit seinen, dem Spiel der Winde und Wolken preisgegebenen Horizonten.

In den Sommermonaten macht sich der Leipziger die freudespendende Kraft des Wassers zunutze, die sich ihm vor allem in dem schönen Strandbad zur Verfügung hält, das die Stadt im Süden an den Ufern des Elsterstausees besitzt. Drei große städtische Hallenbäder neben zahlreichen kleineren dienen gleichermaßen dem gesunden wie dem kranken Menschen. Unverwüstliches Zufluchtsziel ist dann ferner der nahe der Stadtmitte gelegene Zoo, weitbekannt vor allem durch seine tatkräftig gepflegte Aufzucht junger Löwen und Bären. Den vielen Tieren aber begegnet man nicht nur in Käfigen, sondern auch in naturnah gestalteten Freigehegen, die ihrer jeweils eigentümlichen Lebensform entsprechen.

Natürlich spielt auch der Sport eine erhebliche Rolle in Leipzig. Groß ist die Tradition des Fußballsports: denn in Leipzig war es, wo im Jahre 1900 der Deutsche Fußballbund gegründet wurde, und Leipzig war es, das mit den VfB den ersten Deutschen Meister und mit dem VfL Südost den mehrfachen deutschen Arbeitermeister stellte. Eine beherrschende Position wie kaum eine andere Stadt Deutschlands nahm Leipzig im Radsport ein. Seine Radrennbahn in Lindenau fiel leider dem „Tausendjährigen Reich“ zum Opfer. Aber trotz dieses Ausfalls ist nach dem Kriege mit viel Schwung und Begeisterung der Wiederaufbau dieses Sportes begonnen worden, mit dem Ziele, Leipzig seinen alten Ruf als Radsport-Hochburg wiederzuerringen.

Ein anderer Berufssport hat sich in den Nachkriegsmonaten einen vorderen Platz im Sportgeschehen der Stadt zu sichern verstanden: der Boxsport. Die Alberthalle, die vor dem Kriege die großen Boxsportveranstaltungen, vor allem der stets unternehmungslustigen Amateurboxer, beherbergt hatte, liegt in Trümmern.

Aber eine neue ausgezeichnete Kampfstätte haben die Männer von der behandschuhten Faust in der geräumigen Halle 21 des Ausstellungsgeländes gefunden. Die Ruderer und Paddler konnten noch nicht zum Zuge kommen, doch hoffen sie, bald wieder an die Erfolge von einst anknüpfen zu können, ebenso wie die Schwimmer, bei denen zur Zeit Gisela Graß, die Weltrekordlerin im Brustschwimmen, die alte Leipziger Schwimmertradition aufrecht erhält. Den Anschluß an frühere Jahre der Hochkonjunktur hat der Rennveranstalter Leipzig wiederhergestellt. Konnte er schon im Jahre 1946 ständig über einen Riesenbesuch seiner Galopprennen auf der idyllisch gelegenen Bahn am Scheibenholz quittieren, so konnte er 1947 gar zweimal mit neuen Besucherrekorden aufwarten. Nicht übergangen sei schließlich die geistigste aller Sportarten, das Schachspiel, das in Leipzig seit vielen Jahrzehnten in besonderem Maße gepflegt ward. In unserer Stadt wurde vor hundert Jahren die erste deutsche Schachzeitschrift gegründet, wurde der Deutsche Schachbund aus der Taufe gehoben, und hier wuchs eine ganze Reihe von Spielern zu internationalem Ruf heran.

Neben die elementare, aus dem Born der Natur gewonnene Erquickung und den Reiz der sportlichen Sensation tritt die Freude an Kunst und Geselligkeit. Alle Möglichkeiten geistiger Erholung aufzuzeigen, die in ihren vielfältig abgestuften und verzweigten Formen in Leipzig geboten werden, ist hier nicht die Aufgabe. Dieses Buch erstrebt keine Systematik.

Wir begnügen uns mit der Heraushebung einiger Eckpfeiler des Leipziger Kulturlebens. Die Stadt der Messen, des Buchhandels, der Rauchwaren ist nicht zuletzt auch, manifestiert in Namen wie Bach, Schumann, Mendelssohn, Wagner, Nikisch und Furtwängler, eine Stadt großer und alter Musiktraditionen, und heute wie einst stehen im Mittelpunkt des Musiklebens das Gcwandhausorchester, das zur Zeit unter der Stabführung von Herbert Albert steht, und der von Günther Ramin geleitete Thomanerchor. Würdig neben diese Vertreter alter Leipziger Musiküberlieferungen treten die Theater: in erster Linie, in ihrem Lindenauer Heim in den alten „Drei Linden“, die Städtische Oper und, Nachfolgerin des unvergeßlichen, den Bomben zum Opfer gefallenen „Alten Theaters“ in seinem neuen repräsentativen Haus in der Gottschedstraße das Städtische Schauspiel, das sowohl die Klassiker wie das Zeitstück zu wirkungsvoller Geltung kommen läßt. Eine liebenswerte Einrichtung ist im Sommer die Parkbühne des Gohliser Schlößchens. Im Studio „Junge Bühne“ betritt der Nachwuchs die weltbedeutenden Bretter, während das Theater der Jungen Welt die Herzen unserer Jugend begeistert.

Nicht nur im spielfreudigen Operettentheater, auch bei der Volksbühne Leipzig fühlt sich die leichte Muse zu Hause, aber auch das Schauspiel wird hier gepflegt und darüber hinaus sind dieser volkstümlichen Organisation viele beschwingte Abende allgemein-heiteren oder besinnlichen Inhalts zu danken. Daneben bemühen sich nicht weniger als sieben Varietes, Kabaretts und ein Zirkus um die leichtere Unterhaltung. Nicht zuletzt ist es mit seinen vierzehn städtischen und fünfzehn privaten Lichtspielhäusern der Film, der den Werktätigen Entspannung bringt. Dem Bücherfreunde dagegen vermitteln die Städtischen Bücherhallen Wissen und Erholung, der Kunstfreund findet Erbauung im Museum der bildenden Künste und der Naturfreund Belehrung im Naturkundlichen Heimatmuseum. Der Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands pflegt vor allem das Vortragswesen; seiner Aufgabe entsprechend greift er in einem reichhaltigen Programm aktuelle Themen auf und läßt sie von berufenen Sachkennern behandeln. In völkerversöhnender Weise wirkt die Gesellschaft zum Studium der Kultur der Sowjetunion in Leipzig, die sich bemüht, die Brücke gegenseitigen Verstehens zu schlagen zwischen dem deutschen und dem sowjetischen Menschen. Im Hause der Gesellschaft finden in buntem Wechsel Ausstellungen, Filmvorführungen, Konzerte und Vorträge statt, die geeignet sind, alle jene Vorurteile endlich hinwegzuräumen, die sich bisher noch trennend zwischen beide Völker stellten.

Alle diese Möglichkeiten, die wohl kaum einen wichtigen Wunsch offen lassen, fügen sich wie Sternchen an Steinchen zu einem bunten Mosaik: wir haben das erholsame und das geistig anregende Leipzig in all seiner überraschenden Vielfarbigkeit!

Und nun noch einen Bück in die Zukunft. Wie steht es um die Planung für das kommende Leipzig? Welche Linien zeichnen sich hier ab? Das kommende Leipzig wird eine moderne Großstadt sein, durchpulst vom Lebensstrom des mitteldeutschen Wirtschaftsraums, Zentrum kraftvoll entwickelter Industrien und leistungsfähiger Gewerbe, Strahlungsfeld der gesellschaftlichen und kulturellen Erneuerung. Ein solches Zukunftsbild ist keine Utopie. Es ergibt sich vielmehr aus dem Erbe der Vergangenheit, dem Willen und der Begabung der Leipziger Bevölkerung, über die Stadtgrenzen hinaus zu denken und zu wirken, und nicht zuletzt aus der Chance, die dieser großen Stadt im Kranze der deutschen Gemeinden gegeben ist.

Was Leipzig an Zukunftsplänen bisher bekanntgab, hält sich enger als anderwärts in den Grenzen des heute und morgen Möglichen, ist Ausdruck eines nüchternen Bürgersinns, der zäh und unverdrossen zu Werke geht, durchaus bereit, überholtes aufzugeben und sich dem Fortschritt zu überantworten, im Handwerklichen wie auch im Geistigen. Von Leipzig ging die Anregung aus zu einer mitteldeutschen Planungsgemeinschaft, die süßer Leipzig, Halle und Merseburg die Kreise Delitzsch, Altenburg und Borna einbeziehen soll in eine zielbewußte Entfaltung aller Kräfte innerhalb eines Raumes, den sinnlos bewahrte Grenzen jahrzehntelang in seiner Entwicklung gehemmt haben. Leipzig will, nein, muß sich nach Westen entwickeln, heraus aus der Umklammerung der Braunkohlenfelder.

Eine Entwurfskizze des Stadtplanungsamtcs zeigt die Elsteraue in Richtung Halle und Ammendorf, beiderseits gesäumt von Industrieanlagen. Leipzigs Hafen, Kopfstation des Mittellandkanal-Südflügels, verknüpft die industrielle Potenz der Stadt über das Netz der deutschen und europäischen Wasserstraßen mit den Rohstoff- und den Verbrauchszentren. Nicht für sich allein beansprucht Leipzig die baldige Einlösung der Zusagen, die schon in den Staatsverträgen von 1926 gegeben und seither oft genug erneuert wurden. Der Bau der Schleusentreppe bei Wüsteneutzsch, die Saalekanalisierung sind Anliegen einer ganzen Landschaft, die sich bis an die nördlichen Ausläufer des Erzgebirges, weit hinein in das Muldental und ins Thüringsche erstreckt. Jahrelang haben die Arbeiten am Ausbau des Leipziger Kanals geruht. Nunmehr aber ist der Zeitpunkt ihrer Wiederaufnahme gekommen. Der Kanal, der bei Kreypau (Bezirk Merseburg) in die Saale mündet, wird 19 km lang sein. In zwei Jahren werden Schiffe bis zu 400 t Leipzig erreichen können. Während der Kanal zu 90 Prozent fertiggestellt ist, sind die Arbeiten am Hafen zu zwei Drittel beendet. Nach den neuen Plänen — sämtliche Unterlagen für den Bau des Projektes waren beim Bombenangriff auf Leipzig vernichtet worden — soll zunächst eines der Hafenbecken, in dem ein Jahresumschlag von 600 000 t bewältigt werden kann, ausgebaut werden. Schon ist die 1000 m lange östliche Kaimauer dieses Beckens betoniert. Vorhanden sind ferner Gleis- und Femverkehrsanschlüsse, mehrere Tanklager, drei Silos mit einem Fassungsvermögen von je 16000 t und Lagerhäuser. Die weiteren Bauabschnitte sehen den Ausbau eines zweiten Umschlagbeckcns vor, das eine Verladung von jährlich einer Million Tonnen ermöglicht, sowie eines Industrie- und Ölhafens. Mit der Beendigung des Gesamtprojektes wird bis zum Jahre 1953 gerechnet. Vom Sächsischen Landtag wurden 14,7 Millionen Mark für diese Arbeiten bewilligt, und ein Arbeitsausschuß, der sich aus Vertretern Sachsens, Anhalts und Thüringens zusammensetzt, regelt die schwierige Materialfrage und stimmt den Fortgang der Arbeiten in den einzelnen Ländern aufeinander ab.

So betrachtet, ist es keineswegs vermessen, in einer Zeit empfindlichsten Mangels an Baustoffen und Bauschaffenden, einer Zeit, in der die notdürftigste Instandsetzung von Wohn- und Unterrichtsraum problematisch erscheint, von künftigem Wachstum zu sprechen. So schwer es manchem fallen mag, den Blick aus den Trümmerbezirken der Gegenwart in künftige Freizügigkeit zu weiten, ohne solche Perspektive bliebe all unser Tun kümmerliches Flickwerk. Die Industrievcrlagerung nach Westen ist durchaus kein papiernes Phantom. Es gab und gibt eine ganze Reihe ernsthafter Reflektanten. Beispielsweise würde die Kammgarnspinnerei aus der beengenden Nachbarschaft des Zoo gern hinaussiedcln in die Weite der Auenränder, und der Zoologische Garten, 1947 erst durch einen Beschluß der Stadtverordneten räumlich erweitert, würde solcherart dem Ideal einer großräumigen Erholungsstätte am Rande der City weit besser gerecht werden eönnen.

In den erneuerten Zoo-Sälen werden die Gespräche geführt, die dem politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Fortschritt Richtung und Ziel geben. Tagungen und Kongresse in Leipzigs oft drei-, viermal an einem Tage belegter Kongreßhalle sind zu Bausteinen deutscher Einheit geworden. Tausenden von Werktätigen wurde hier künstlerisches Gemeinschaftserleben geschenkt. Die Stadt begnügt sich jedoch nicht mit der Gelegenheit, 2000 und mehr Einwohner in einem geschlossenen Raum zusammenzuführen. In einer der großen Hallen des Ausstellungsgeländes scharen sich Zehntausende zum gemeinsamen Genuß kultureller und sportlicher Darbietungen. Wenn für die Zukunft zwei Hallen mit einem Fassungsvermögen von 8000 bis 12 000 Personen für Konzerte, Massenversammlungen und Sportveranstaltungen in Aussicht genommen sind, dann erweist sich darin, wie umsichtig Leipzig alle Gegebenheiten zu nutzen sich anschickt. Diese Art ist charakteristisch für die Aufbaupraxis der Messestadt, die sich in hohem Maße angewiesen weiß auf den gegenwärtigen Bestand, diesen aber nach neuzeitlichen Bauideen weitcrzuentwickeln gedenkt. An vielbahnigen Ausfallstraßen wird es Zentren der Verwaltung, des Handels, der industriellen Fertigung, des kulturellen Lebens geben. Zwischen City und Westvorstädten zieht sich das Gcländeband der Frankfurter Wiesen hin. In der Naziära wurde es mit einem Millionenaufwand für die monströse Denkmalsidee eines Reichsehrenmals für Richard Wagner und für eine städtebaulich beispielhaft ungekonnte Aufmarschwiese spielerisch- vertändelt. Nun aber bildet es eine willkommene Grundlage überlegter Planung, die ein neues Verwaltungszentrum links und ein sinnvoll gegliedertes Sportfeld rechts der Frankfurter Straße vorsieht. Das Arbeitsamt, 1930—1931 schon einmal an dieser Stelle projektiert, ein Haus der Gewerkschaften, Bauten für Sportverwaltung, Jugend- und Wohlfahrtsorganisationen sollen sich dem bereits vorhandenen Gebäude der Sozialversicherung zugesellen, so daß sich in günstiger Verkehrslage ein ganzer Komplex vielfältig ineinandergreifender Verwaltungen zusammcnfände. Diesem Komplex gegenüber soll sich auf dem früheren Palmengartengelände das Funkhaus des Leipziger Senders erheben. Aus der Sportplanung, die zwar nicht in der Idee, wohl aber in der Konzeption neu ist, scheint die Radrennbahn am Cottaweg der Verwirklichung am nächsten gerückt; Die Aufschüttung des Geländes aus den Trümmerfeldern der Innenstadt ist für 1948 beschlossene Sache. Als weiteres Feld industrieller Kernbildung bietet sich das Gelände niedergelegter Rüstungsbetricbe im Nordosten der Stadt dem Expansionsdrang des graphischen Gewerbes dar, dem das traditionelle Buchviertel längst zu eng geworden war. Schon vor dem Kriege hatten graphische Großbetriebe hier Umschau gehalten, um wachsenden Produktionsbedürfnissen genügen zu können.

Dem geistigen Leben versprechen die Wiederaufbaupläne für die Universität kräftigste Impulse. Sie zielen auf einen „geisteswissenschaftlichen Block“ auf klassischem Universitätsboden zwischen Karl-Marx-Platz, Grimmaischer Straße, Universitätsstraße und Schillerstraße, ein einheitliches Architekturgcbilde, das zwei große Höfe umschließt. Nicht weit davon, zwischen Ring und Ritterstraße, ist ein zweiter Gebäudekomplex geplant. Im Südosten soll gar eine ganze „Medizinerstadt“ entstehen. Heute liegt dort noch eine Vielzahl vun Instituten und Kliniken in Trümmern, aber die Aufräumungsarbeiten sind im vollen Gange. Erste Erneuerungen gehen im Sinne der großzügigen Generalplanung ihrer Vollendung entgegen, die den gesamten Baugrund des Städtischen Krankenhauses St. Jakob in das künftige Medizinerviertel einbezieht. Die Absicht, das aufgcschüttete Johannistal zum Ort eines neuzeitlichen 2000-Betten-Krankenhauses zu machen, würde Forschung und Leben in beständigen Beziehungswechsel bringen.

Die Nachkriegscrfolge der Messe berechtigen und verpflichten die Stadt zu überlegter Vorsorge für ein weiteres Wachstum im Interesse internationaler Handelsverflechtung. Werden die nächsten Jahre auch vorwiegend noch der Instandsetzung der vorhandenen Messehäuser und -hallen gewidmet bleiben, so zeichnet sich doch auch schon Neuland des Messetreibens ab. Zunächst bedarf das Messeamt selbst einer würdigen und zulänglichen Heimstatt, die ihm entweder auf dem Baugrund der völlig zerstörten Alten Waage oder — geräumiger und anspruchsvoller — in der Nachbarschaft des Alten Rathauses zwischen Markt, Salzgäßchen und Reichsstraße unter Einschluß von Kochs Hof erstehen soll. Am Friedrich-Engels-Platz, unterhalb des Matthäikirchhofes, wird ein neues Textilmeßhaus, — das alte am Wilhelm-Leuschner-Platz will man ganz Universitätszwecken dienstbar machen—, die Tradition des nächst der Technik größten Messezweiges bewahren und aus verheißungsvollem Nachkriegsbeginn erstarken lassen. Aber damit sind die Absichten für die Neugestaltung der City durchaus nicht erschöpft. Man spricht von der Wiederherstellung der Oper am Karl-Marx-Platz, des Gewandhauses, das einst als musikalischer Mittelpunkt der Welt galt, des Grassi-Museums mit seinen schönen, erholsamen Höfen. All diesen prominenten Ruinen soll zunächst ein Notdach gegeben werden, um sie bis zur inneren Neugestaltung vor verderblichen Witterungseinflüsscn zu bewahren. Die Musikhochschule, die Universitätsbibliothek und das für Verwaltungszwecke nutzbare frühere Reichsgerichtsgebäudc sind in voller Instandsetzung begriffen. Umsichtig bewahrtem Erbe soll sich aber auch Neues zugesellcn: ein Neubau der Deutschen Post auf dem beträchtlich erweiterten Areal der einstigen Hauptpost am Karl-Marx-Platz, ein repräsentatives Polizeipräsidium zwischen Ring,Wilhelm-Leuschner-Platz und Harkortstraße, ein Schauspielhaus in der Gegend des Matthäikirchhofes, ein Mal stolzer Kulturtradition über der Bachgruft auf dem Boden der einstigen Johanniskirche. Der Vorschlag des Dezernats Bauwesen, dem Bachkult in Gestalt eines Mausoleums eine neue Stätte zu geben, hat in den interessierten Kreisen ein starkes Echo gefunden.

Dem Seherblick eines kundigen Türmers offenbart sich in knapper Umschau ein Leipzig, das aus eigener Kraft dem Grauen einer gespenstischen Schuttwüste entwächst, um Mittelpunkt zu sein einer wirtschaftlich wie kulturell weltverbundenen Industrielandschaft inmitten des neuen Deutschlands.

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