Die freie Stadt Danzig

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Bildverzeichnis der Abbildungen unten.

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Der Hafen von Danzig

aus dem Kunstmuseum Hamburg


ABSCHNITT I
GESCHICHTLICHER ÜBERBLICK

Schon in den Chroniken längst vergangener Zeiten findet man Aufzeichnungen über den Seehandel mit den an der Weichselmündung gelegenen Gebieten. Bereits vom Jahre 1000 ab wird in alten Urkunden Danzig erwähnt. In den Urkunden aus dem Anfang des XIII. Jahrhunderts findet man schon genauere Angaben über den damals über Danzig betriebenen seewärtigen Ein- und Ausfuhrhandel. Dank seiner Lage an der Mündung eines großen Stromes entwickelte sich dann Danzig verhältnismäßig schnell zu einem wichtigen Handelspunkt, über den der Handel des natürlichen geographischen Hinterlandes und vor allem der polnischen Lande seinen Weg suchte.

Danzigs bedeutender Aufschwung als Hafenstadt fiel in die zweite Hälfte des XIV. Jahrhunderts und das folgende Jahrhundert. Von dieser Zeit an erfuhren die wirtschaftlichen Beziehungen zu den Ueberseeländern eine schnelle Ausdehnung, insbesondere der Handel mit Dänemark, Schweden, Flandern, Frankreich, England, Spanien und Portugal. Zu Ausgang des XVI. Jahrhunderts gelangten Danziger Schiffe sogar bis Italien. Die Einwohnerzahl Danzigs im XVII. Jahrhundert betrug 75.000, das ist mehr als diejenige Hamburgs und Nürnbergs zur gleichen Zeit.

Das wichtigste wirtschaftliche Hinterland des Danziger Hafens bildeten die gegenwärtig polnischen Lande; unabhängig davon jedoch unterhielt Danzig noch rege Beziehungen im Norden zu Litauen. Riga, Reval und dem entlegenen Nowgorod, während im Süden die Handelsbeziehungen bis nach Ungarn und Moldavien reichten, so daß des öfteren Waren aus dem Osten nach Westeuropa über Danzig gelangten.

Den sich so günstig gestaltenden wirtschaftlichen Beziehungen entsprach die Entwicklung des Hafens. Anfänglich waren Holz und Holzerzeugnisse die Hauptausfuhrartikel des Danziger Hafens. Gegen Ende des XIV. Jahrhunderts wurden in günstigen Jahren über 2,500 Holzeinheiten zu je 120 Brettern über Danzig ausgeführt.

Auch gelangten in diesen Jahren durchschnittlich je 1.000 Lasten Asche und Teer, sowie auch bis 1.000 Steine Wachs zur Ausfuhr. Im Laufe des XVI. und XVII. Jahrhunderts stieg diese Ausfuhr weiter, so daß z. B. im Jahre 1610 — 10.014 Lasten Asche und Pottasche sowie 6.074 Lasten Teer ausgeführt wurden. Der Wert dieser Waren betrug ungefähr 1,000.000 Gulden — eine für damalige Zeiten sehr hohe Summe.

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